09:00–18:30
Kuratierter Rundgang

Höhepunkte der Zisterne

Steigen Sie hinab in Istanbuls antikes unterirdisches Reservoir. Dieser Rundgang führt Sie zu den baulichen Wundern, den sagenumwobenen Skulpturen und den Räumen, die die Cisterna Basilica ausmachen.

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Der erste Blick

Beim Abstieg über die Steintreppe aus dem geschäftigen Sultanahmet fällt die Temperatur, das Licht schwindet. Der erste Absatz eröffnet einen atemberaubenden Blick in die weite unterirdische Halle: eine scheinbar endlose Flucht beleuchteter Säulen, die sich im Dunkel verliert.

Ort: Eingangspodest
Die Halle unter ihrer farbigen Beleuchtung: Grün und Violett auf dem Wasser zwischen bernsteinfarbenen Säulen.
Eine Säulenreihe, die zur Treppe hin zurückweicht, korinthische und schlichte Kapitelle im selben Bild.
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Wald aus 336 Säulen

Die Decke ruht auf einem Wald von 336 Marmorsäulen, jede rund neun Meter hoch, in 12 Reihen zu je 28 mit etwa 4,8 Metern Abstand. Die meisten stammen aus älteren römischen Bauten — deshalb stehen reich gearbeitete korinthische Kapitelle neben ganz schmucklosen.

Die Weinende Säule, ihr Schaft mit Tränen- und Augenmotiven behauen, feucht unter den beleuchteten Ziegelgewölben.
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Die weinende Säule

Mit stilisierten Tränen beschnitten, hebt sich diese Säule von allen anderen ab und bleibt dauerhaft feucht. Der Legende nach ehrt sie die Hunderten Arbeiter, die beim Bau starben.

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Ziegelgewölbe und Bögen

Blicken Sie nach oben auf das statische Genie byzantinischer Baukunst. Die Decke ist ein System aus Schamottegewölben und Bögen, das die enorme Last des Erdreichs gleichmäßig auf die schlanken Säulen verteilt.

Blick nach oben auf die byzantinischen Ziegelgewölbe und die behauenen Kapitelle, die sie tragen.
Besucher auf dem erhöhten Steg zwischen den Säulen, ein niedriges Geländer am Rand des Wassers.
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Wasser und Spiegelung

Noch immer steht flaches Wasser in der Zisterne und wirkt wie ein riesiger dunkler Spiegel. Die moderne Beleuchtung ist darauf berechnet, diese Spiegelungen zu verstärken — sie erzeugt den Eindruck unendlicher Tiefe und verdoppelt die Architektur.

Die Gorgonenbasen

In der Nordwestecke dienen zwei gewaltige, fein gearbeitete Medusenhäupter als Säulenbasen. Ihre Anordnung bleibt eines der größten archäologischen Rätsel der Zisterne.

Das seitlich liegende Medusenhaupt aus der Nähe, die behauenen Schlangen ihres Haars von gerichtetem Licht herausgearbeitet.
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Seitliches Medusenhaupt

Auf die Seite gelegt, stammt dieses römische Meisterwerk höchstwahrscheinlich aus einem spätrömischen Bau. Ob die Ausrichtung rein praktisch war oder den versteinernden Blick der Gorgo bannen sollte, ist bis heute umstritten.

Das kopfüber stehende Medusenhaupt als Säulenfuß, verwittert und feucht im gebündelten Licht.
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Umgekehrtes Medusenhaupt

Das zweite Haupt in der Nähe steht vollständig kopfüber. Pragmatisch erklärt lieferte es genau die Höhe, die die Säule brauchte — doch das Bild hält Sage und Debatte lebendig.

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Zeitgenössische Eingriffe

Seit den jüngsten Restaurierungen zeigt die Zisterne gelegentlich zurückhaltende temporäre Kunstinstallationen. Sie sind so kuratiert, dass sie mit der antiken Architektur ins Gespräch kommen und neue Lesarten von Raum, Licht und Geschichte eröffnen, ohne das Denkmal zu stören.

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Besucher steigen die Ausgangstreppe hinauf, Licht streift die gewölbte Ziegelwand neben ihnen.